Rezension zu “Das Foetibus Projekt” von buchkritik.at
Geschrieben von: admin in 4. Jahr, Das Foetibus Projekt, Medienberichte17.11.2003
Die österreichische Website zum Thema Buch, BUCHKRITIK.at, veröffentlichte am 14.11.03 eine Rezension über “Das Foetibus Projekt“.
Bein Recherchen im Internet über Swinger-Clubs (Swinger = Menschen treffen sich zum Ausleben ihrer sexuellen Wünsche) stolpert der investigative Journalist Glöckel über ein Job-Inserat. Ein Clubleiter für ein einschlägiges Lokal wird gesucht und er beschließt, den Job anzunehmen.
Schon bei den ersten Telefonkontakten erfährt er, dass der Club auch als Tarnung für ein Bordell dienen soll. Der umtriebige Unternehmer Franz C. hat bereits ein Lokal zur Verfügung, das noch entsprechend umgebaut werden soll. Glöckel erstellt ein Konzept und eine Internetseite, welche von C. sofort zustimmend aufgenommen werden. Doch C. stellt sich als äußerst geiziger Mensch heraus, die Umbauten müssen großteils schlussendlich von C. und Glöckel selbst vorgenommen werden. Selbst bei Kleinigkeiten ist C. nicht bereit, mehr als das unbedingt Nötige auszugeben und manchmal nicht einmal das. So verschiebt sich der Termin für die Eröffnung immer weiter, weil C. keine Frauen durch seine Kontakte in den ehemaligen Ostblock, die Dominikanische Republik oder Thailand für das Lokal oder zumindest erst verspätet auftreiben kann. Schließlich kommen zwei Mädchen aus der Dominikanische Republik, die aber glaubten, als Tänzerin und nicht als Prostituierte arbeiten zu müssen. Nach langem Hin und Her lässt sich das Problem aber schließlich mit Geld regeln, nicht zuletzt, weil sie ohne Geldmittel ankamen und sie keine Wahl hatten.
Als die erste Zahlung fällig wäre, weigert sich C. und findet zahllose Ausreden und nach weiteren Problemen, der Club war wegen C.s Geizigkeit kaum besucht, trennt sich Glöckel schließlich von ihm.
Das Buch erweckt durch die optische, äußere Gestaltung und den Klappentext einen etwas reißerischen Eindruck. Tatsächlich erfährt man kaum etwas über die Swinger-Szene oder einen professionellen Bordellbetrieb. Nix mit schwülstigen Sex-Phantasien!
Dafür ist es ein mit zahlreichen Belegen versehenes Buch über einen skrupellosen Geschäftsmann. Man erfährt, auf welch abenteuerlichen Wegen ein skrupelloser Mensch als Unternehmer Erfolg haben kann, ohne wirklich belangt zu werden. Z.B. läuft der vermeintliche Swinger-Club offiziell als Verein der Freunde einer bestimmten spanischen Kaffeesorte. C. sitzt zufällig auf einem größeren Posten dieses nicht sonderlich schmackhaften Produkts. Als Bardame arbeitet C.s Lebensgefährtin in dem Club und wird ebenso knausrig und verspätet bezahlt wie Glöckel und die beiden Mädchen.
Wer keine, hinter einer Reportage versteckten, Sexgeschichten erwartet, bekommt hier einen seriösen Einblick in die Welt zwielichtiger Geschäftemacher und wundert sich nicht mehr über so manche Geschichte von Bekannten, die von zugrunde gegangenen Existenzen aufgrund ausstehender Zahlungsverpflichtungen.
Alfred Ohswald - Buchkritik.at
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