Archiv für die Kategorie: “Angerissen”

Sachverhalte an denen recherchiert wurde

Jörg Haider

Unfallursache zu Jörg Haider geklärt!

Also, da haben wir einmal die weit über 142km/h gefahrene Fahrgeschwindigkeit und zusätzlich eine Alkoholisierung des Herrn Landeshauptmann und BZÖ-Chef Jörg Haider von 1,8 Promille. Das Resultat ist bekannt.

Und jetzt betrachten wir einmal gemeinsam, Sie als Leser und ich als ehemaliger langjähriger Polizeibeamter, die Unfallursachen, die auf den ersten Blick auf die eingangs angeführten Punkte zurückzuführen zu scheinen sind. Doch wie es überhaupt zu solchen Bedingungen gekommen ist, soll dieser Beitrag ans Licht bringen und beleuchten.

Und bevor ich Ihnen über Fakten berichte, die Ihnen als kritischen Mensch die Eindeutigkeit meiner Aussage unwiderruflich vor Augen führt, sei Folgendes festgehalten:

Die Schuld, daß es überhaupt zu einer Fahrt des Herrn Haider unter solchen Gegebenheiten und Bedingungen kam (starke Alkoholisierung & gravierende Geschwindigkeitsüberschreitung), liegt in der politischen Korruption des Systems. Das beweise ich an Hand folgender Beispiele, die sich während meiner Dienstzeit als Bundespolizeibeamter zugetragen haben. Sie werden erkennen, daß durch die Akzeptanz und Toleranz des Systems, und trotz dessen Funktionieren, Herr Haider dennoch niemals Gefahr gelaufen ist, bestraft oder sanktioniert worden zu sein. Und zwar weder bei zu hoher Geschwindigkeit, noch als “Fetter” hinter dem Lenkrad.

Welcher Polizeibeamte hält schon wissentlich/bewußt einen Politiker ab einer gewissen Ebene oder andere “Privilegierte”, der/die zusätzlich vielleicht in einem “Dienstkraftfahrzeug” unterwegs sind (Kennzeichen zumeist den Exekutivkräften bekannt) zu einer Verkehrskontrolle auf – geschweige denn unterzieht sie einem Alko-Test? Kaum jemand! Die Ausnahme zum Einschreiten gegen Politiker oder andere “wichtige” Personen, die offensichtlich zusätzlich meinen, über dem Gesetz zu stehen, bestätigt die Regel, heißt es.


Fall 1: Folgen, wenn man gegen Ärzte amtshandelt

Ich war in den 1980er Jahren im Schulwachzimmer Fasangasse für das Praktikum eingeteilt – also junger Polizeiinspektor, noch ohne Dienstprüfung, aber bereits mit der Berechtigung versehen, Organmandate auszustellen bzw. einzuheben. In einem Gräzl im 3. Bezirk in Wien gab/gibt es ein großes ärztliches Ambulatorium. Um diesen Häuserblock standen Tag für Tag dutzende Ärzte mit ihren PKWs in der Kurzparkzone und hatten hinter der Windschutzscheibe die Tafel mit der Aufschrift “Arzt im Dienst”. Dies war eine mißbräuchliche Verwendung durch die Damen und Herren im weißen Kittel, denn sie befanden sich an ihrem Arbeitsplatz und hätten in der Kurzparkzone genauso wie jeder andere Parkende sich an die Spielregeln zu halten gehabt und Parkscheine verwenden müssen. Mit mehreren Blocks von Organmandaten machte ich mich daran, hinter jedem Scheibenwischer ein Organmandat zu hinterlegen (Fachsprache BOM = bargeldloses Organmandat). Nach dem Einrücken ins Wachzimmer wurde ich bereits erwartet und gefragt, ob ich im Bereich des Ambulatoriums “plakatiert” hätte, was ich positiv beantwortete. Die Folge: Ich wurde in das Abteilungskommando des Kommissariates zitiert und befragt warum ich das gemacht hätte, ob ich nicht wüßte, daß es die dort ansässigen Ärzte sind, denen die Autos gehören. Wurde dann gefragt, ob ich die Organmandate nicht zurücknehmen würde, was ich verneinte, weil für mich auch dieses Berufsklientel im weißen Mantel nicht anders zu behandeln ist wie jeder Andere auch. Damit soll es aber auch noch nicht sein Ende gehabt haben. Ich sollte mich bei dem ärztlichen Leiter der Einrichtung einfinden, er wolle mit mir persönlich sprechen. Heute weiß ich den genauen Gesprächsinhalt nicht mehr genau, nur, daß ich auch ihm gegenüber meinen Standpunkt genauso vertreten habe und die Rücknahme ablehnte. Unvergeßlich jedoch, daß er sich herausnahm mich zu duzen.

Fall 2: Chauffeur vom Minister “Wissen Sie nicht wer das ist?”

Im Bereich der Ringstraße in Wien war eine Demonstration im Gange und daher einige Straßenzüge gesperrt. Als Absperrposten stand ich an einer Kreuzung, als eine Limousine an mich heranfuhr, anstatt der Weisung Folge zu leisten und abzubiegen. Der Lenker stieg aus dem Fahrzeug aus und meinte, daß er jetzt hier durchfahren müsse, was ich ihm untersagte. Er begann mit mir zu diskutieren, worauf der Passagier ausstieg, was der Lenker dann mit den Worten begleitete, ob ich nicht wisse, um wen es sich dabei handelt? Es war ein Minister, doch für mich so unbedeutend, daß ich gar nicht mehr weiß, um welchen es sich handelte. Der merkte, daß dieser Hinweis bei mir auf “taube Ohren” stieß und meinte dann nur: “Fahren wir wo anders” …

Fall 3: Stadtrat Hatzl die Festnahme angedroht - Vorgesetzter: “Sind Sie verrückt geworden?”

In Simmering veranstaltete ein Zweig der örtlichen SPÖ in der Kaiser-Ebersdorfer Straße ein kleines Fest in einer Wohnhausanlage. Es kam zu Beschwerden durch Anrufer auf dem zuständigen Kommissariat. Ein Kollege, den ich sehr schätzte, war zu diesem Zeitpunkt mit mir im Streifenwagen unterwegs. Wir intervenierten bei den Veranstaltern und ein Herr Stadtrat HATZL deklarierte sich uns gegenüber als verantwortliche Person für das Fest. Es handelte sich nach den damals geltenden Gesetzen um eine Lärmerregung nach dem EGVG (Einführungsgesetz zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen). Es erfolgte unsererseits die Abmahnung und Untersagung, das Fest in dieser Lautstärke fortzuführen. Dennoch trafen weitere Beschwerden ein und wir wurden nochmals per Funk hinzitiert. Diesmal kam es zur Anzeigeerstattung gegen den Herrn Stadtrat Hatzl. Im Falle der nochmaligen Beschwerden über die Lautstärke konnten wir uns davon selbst überzeugen und drohten Herrn Hatzl (SPÖ) die Festnahme an. Es dauerte nicht lange, bis wir per Funk auf das Kommissariat beordert wurden. Vom Koats-Wachkommandanten wurden wir dann gefragt, ob wir verrückt seien, dem Herrn Stadtrat die Festnahme für den Wiederholungsfall anzudrohen. Mein Kollege Peter G. und ich waren glasklar auf einer Linie, es war ein Vergnügen, mit diesem Mann Dienst zu verrichten und glauben Sie mir, wir hätten Stadtrat Hatzl auch festgenommen, sofern wir ein drittes Mal hinbeordert worden wären.

Fall 4: Dienstwagen des Verteidigungsministers Stammkunde beim Schnellfahrerfotos

Der ehemalige Bundesminister für Landesverteidigung, Dr. Werner Fasslabend (ÖVP), pflegte für Fahrten zum und auch vom Wohnsitz seinen Dienstwagen, einmal mit, ein anderes Mal ohne Chauffeur in Anspruch zu nehmen. Da ich auch einige Jahre bei der technischen Verkehrsüberwachung arbeitete, war uns allen sein Wagen und das dazugehörende Deckkennzeichen bekannt. Auf der A4 in Richtung seines Wohnortes war dieser Wagen immer wieder wegen zu hoher Geschwindigkeit gemessen worden … Allerdings gab es da bei uns selbst auf der Dienststelle nichts zu richten, solche “Regelungen” wurden anderen Ortes dann vorgenommen – wurde uns zumindest mitgeteilt … Fasslabends Dienstwagen war “Stammkunde” bei Geschwindigkeitsmessungen auf der A4.

Fall 5: Der Stadthauptmann kam vom Ball - man grüßt und keiner kontrolliert (den Chef)

In Simmering wurde ein PKW weit nach Mitternacht von einem Kollegen und mir angehalten. Der Lenker, der Stadthauptmann von Simmering, wie sich herausstellte, als er ausstieg. Und das war der oberste Chef der Polizei in unserem Bezirk. Elegant und in Begleitung war er von einem Ball unterwegs nach Hause. Unrelevant, ob und wie sein Fahrverhalten gewesen war oder wäre, als er ausstieg und wir ihn erkannten: “Gruß und gute Fahrt” …

Damit soll aufgezeigt werden, daß es auch im Bereich der Verkehrsbelange und Verwaltungsübertretungen Handhabungen gibt, die nicht denjenigen entsprechen, denen jeder “normale Bürger” unterworfen wird.

Würden Politiker oder sonstige Personen des öffentlichen Lebens (Prominenz) mit dem Gleichheitsgrundsatz auch im Straßenverkehr behandelt, oder richtigerweise, sie noch strenger unter die Lupe genommen, dann hätte sich Jörg Haider niemals gewagt, im Tiefflug über die Straßen zu fegen und das auch noch stark betrunken – ergo dessen wäre er heute noch am Leben.

Das System ist schuld daran. Vielleicht wird der Fall Haider einen Umdenkprozeß einleiten, denn Politiker, die uns ihre Maßstäbe als Vorgabe als Regelwerk zwingend aufoktroyieren haben sich selbst in noch strengeren Maße daran zu halten.

Fotos v.o.n.u.:
Jörg Haider - Copyright BZÖ;
Johann Hatzl - Copyright SPÖ;
Werner Fasslabend - Copyright ÖVP Markus Hammer.

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