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Am 6. August 09 titelte die KRONEN ZEITUNG noch mit “Todesschüsse im Supermarkt”. Auffälligkeiten des Kleinformates zum Ereignisfall Krems, das zeitweilig im Schlagabtausch mit Österreichs BILD-Ausgabe liegt und zusätzlich eine 20-seitige Sonderbeilage, sprich BEZAHLTE ANZEIGE der Österreichischen Bundesregierung beinhaltet. (Dies für all jene die sich manchmal fragen, wo ihre Steuergelder außer bei Banken sonst noch so landen [versickern] – Selbstbeweihräucherungen – Onaniervorlagen für egozentrisch angehauchte “Diener” des Volkes):

Es darf Sie als Leser nicht verwundern, daß innerhalb des Artikels der Kronen Zeitung 3x das Wort MERKUR-Markt und 1x MERKUR-Angestellter vorkommt. Seien Sie auch nicht überrascht, daß mit keiner Silbe auf den Umstand redaktionell eingegangen wird, daß besagter Filialleiter mit den Polizisten im Merkur–Markt war und Wahrnehmungen hatte, wie uns Mag. SCHERSCHER vom Landespolizeikommando NÖ bestätigte. Blättern Sie als Leser auch nur zwei Mal nach diesem Artikel um, wird Ihnen eine andere Form einer Causalität zum MERKUR-Markt vor Augen geführt. Ganzseitige Werbung des angeblich verdammt Besten. (Weiteres Beispiel)

Die Tageszeitung mit dem Krönlein ohne Glanz zitiert laut Druck einen an der Amtshandlung, bei der ein Leben ausgelöscht und ein anderes schwer beeinträchtigt wurde, die Polizisten:

“Sie sind auf uns losgegangen, einer war maskiert”.

Wenige Sätze weiter steht jedoch wie folgt:

Als die Polizisten den Verdächtigen die Masken vom Kopf streifen, sehen sie, dass es sich um zwei Jugendliche handelt.


Faksimile aus der KRONEN ZEITUNG - Seite 9 vom 6.8.09

Faksimile aus der KRONEN ZEITUNG - Seite 9 vom 6.8.09

Na schau, so einfach wird aus einem Maskierten laut Angaben der Polizisten dann von einer Zeitung die Mehrzahl gemacht – fährt auch besser ein um die Tatverdächtigen in eine entsprechende Position in der Öffentlichkeit zu bringen. Um keinen Deut besser als Der Standard wird es bei der Erläuterung des zulässigen Schußwaffengebrauches – aber mir ist bekannt, daß die KRONE da über einschlägige Erfahrung verfügt. In einer Spalte widmet sich Christoph Budin der Thematik Schußwaffengebrauch und interviewt einen Ausbildungschef der Polizei. Ob das Interview nun verkürzt wiedergegeben wurde oder nicht – einen angeblichen Ausbildungschef in einem derartigen Tatzusammenhang ausschließlich den Notwehraspekt zur Verteidigung erwähnen zu lassen – dessen es nicht bedurft hatte, weil dieser jedem Menschen erlaubt ist, sofern er die gesetzlichen Voraussetzungen zum Führen einer Waffe erfüllt – beigefügt von den Worten “unter anderem” kommt einem déja vu zur Causa S1 gleich.

Folgt man dem überwiegenden Teil der medialen Berichterstattung dürfte sich auch ein durchaus präjudizierender Aspekt eingestellt haben: jegliches Einbruchswerkzeug wird im Falle der Betretung der Einbrecher auf frischer Tat zur Waffe befördert. Selbst wenn das Wort unter Anführungszeichen gesetzt ist, bleibt für den durchschnittlichen Leser das Wort “bewaffnet” hängen – ein Grund mehr, die Volksseele gegen das einbrechende Gesindel aufzubringen. Die armen Polizisten mußten auch einige Tage mit der eigenen Einvernahme warten, bis sie sie über sich ergehen lassen konntenmit Pausen – hat mich irgendwie an eine Schilderung von Karin Graf zu Henryk Mandelbaum erinnert, das klang sehr ähnlich – nur handelte es sich dabei um die Thematik Holocaust – und wurden von Graf offensichtlich laut Erkenntnissen solche Formulierungen angewandt um die Dramatik und das Mitgefühl zu steigern.

Vier Kommentare unterschiedlicher Personen sind dann dieser Veröffentlichung beigefügt, alle doch irgendwie eindeutig zu Gunsten der Polizisten. Nicht vergessen jene Polizisten, die bei einer Alarmauslösung von Einbrechern überrascht wurden, überrascht waren, weil dort welche waren. Sie gelten als erfahrene und routinierte Beamte – lassen Sie sich das Zuckerl einmal auf der Zunge vergehen. War es irgendwann nicht umgekehrt, daß Polizisten Einbrecher überraschten und nicht umgekehrt?!

KRONEN ZEITUNG 11.8.09 zielgerichtete Werbung - Erschießung im MERKUR-MARKT und WERBUNG von REWE für den MERKUR-MARKT - Synergieeffekte ...

KRONEN ZEITUNG 11.8.09 zielgerichtete Werbung - Erschießung im MERKUR-MARKT und WERBUNG von REWE für den MERKUR-MARKT - Synergieeffekte ...

Heute, am 11.8. klingt die Berichterstattung in der KRONEN ZEITUNG allmählich zu dem Vorfall Erschießung Jugendlicher Krems ab. In einem Artikel steht zu lesen, daß eine Nachstellung des Tatablaufes im MERKUR-Markt folgen wird. Und damit es selbst für den Dümmsten klar ersichtlich ist, daß MERKUR-Markt mit MERKUR-Markt übereinstimmt und MERKUR-Markt auch indirekt von der Tragödie, die das Leben mit sich bringen kann, profitiert, darf/kann die bezahlte MERKUR-Markt Werbung nicht fehlen.

Bin ich froh, daß wir lauter unabhängige Medien haben, die weder politisch noch wirtschaftlich abhängig sind, fair und sachlich berichten und immer die passenden Hintergrundfarben parat haben, wenn es darum geht, in Massen abgesetzt zu werden.

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